Bujazzo - Irgendwo auf der Welt ...
Das Bundesjazzorchester vertont in seinem Programm „Irgendwo auf der Welt…“ ausgewählte Musik aus den Entschädigungsakten von Musikschaffenden, die von den Nationalsozialisten verfolgt wurden.
Er ist ein Beispiel unter vielen: Der Komponist Bronisław Kaper musste Berlin nach der Machtergreifung der Nazis 1933 verlassen. 1955 beantragte er eine Entschädigung. Er war in den USA erfolgreich, hatte gerade einen Oscar erhalten, einige seiner Melodien wurden Jazzstandards. Dem Antrag legte er Notenalben bei, die zeigen, wie glänzend seine Karriere in Berlin begonnen hatte und in welch prominentem Umfeld er seine Arbeiten dort bereits vor 1933 publiziert. Akten wie diese sind die Grundlage für das neue Programm des Bundesjazzorchesters „Irgendwo auf der Welt…“.
In Kooperation mit der Universität der Künste hat das Bujazzo aus einzelnen der überlieferten Notenbeispiele Arrangements für Bigband erarbeitet. Kuratiert wird das Programm von dem künstlerischen Leiter des Bujazzo, Niels Klein, und der Musikwissenschaftlerin Prof. Dr. Dörte Schmidt. Neben Bronisław Kaper spielt die Bigband Werke von Kurt Lewinnek, Friedrich Holländer und Werner R. Heymann. „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“ (Friedrich Holländer), „While My Lady Sleeps“ (Bronisłav Kaper) oder auch „Irgendwo auf der Welt“ (Werner R. Heymann) werden auf diese Weise in unsere Zeit transportiert: als moderner Jazz, Avantgarde oder Schlager - aber immer im Sound des Bundesjazzorchesters.
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